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Woher kommt der Strom aus der Steckdose?

Sonntag 07. Mai 2017, 15:45

Spannung im Spiegelzelt: Jubiläums-KinderUni klärt auf: Was ist Energie, woher kommt sie und wie wird sie übertragen?

Wenn es um Energie geht, haben Elektrotechnik und
Biologie einiges gemeinsam. Die Professoren
Ralf Hartig (l.) und Prof. Röbbe Wünschiers bewiesen
das eindrucksvoll und unterhaltsam bei der
KinderUni der Hochschule Mittweida.

Wenn wir uns morgens zum Frühstück eine Scheibe Toast in den Toaster stecken, ist er nach kurzer Zeit schon gebräunt und knusprig lecker. Dafür brauchen wir Energie, genauer gesagt Strom. Dafür stecken wir einfach den Stecker in die Steckdose und fertig. Was so einfach klingt, ist in Wirklichkeit ein langer Prozess. Irgendwie muss der Strom ja auch vorher in die Steckdose hinein gelangt sein, oder ?

 

Richtig! Und dass man das auch kinderleicht erklären kann, wie die beiden Referenten der KinderUni am Sonntagmorgen zeigten. Elektrotechniker Professor Ralf Hartig und Biotechnologe Professor Röbbe Wünschiers erklärten, wie genau die Energie ihren Weg zu uns nach Hause findet. Oder auch in das Spiegelzelt, in der die Hochschule die KinderUni innerhalb des Jubiläums veranstaltete.
„Energie kann man nicht sehen, nicht hören, nicht schmecken – und trotzdem ist sie da“, so Hartig. „Also muss sie ja irgendwo herkommen und auch irgendwo hin transportiert werden können.“

Energie, die aufgenommen wurde, muss demnach auch irgendwann wieder frei gesetzt werden.
Die beiden Professoren demonstrierten das auf leckere Art und Weise mit einem kleinen Experiment. Alle 200 Kinder hatten vor der Veranstaltung eine kleine Tüte Gummibärchen bekommen, die sie nun essen sollten. „Wir Menschen gewinnen nämlich durch Verdauung von energiereichen Essen Energie“, weiß Wünschiers. Wenn wir also eine kleine Tüte Gummibärchen essen, gibt uns das Energie, um beispielsweise 20 Minuten zu sitzen oder fünf Minuten Fahrrad zu fahren. „Mit der gleichen Menge Energie könnte aber auch eine 40-Watt-Glühbirne etwa vier Sekunden leuchten“, so Hartig.

 


Von der Natur zu den Maschinen


Auch Maschinen brauchen Energie, damit sie funktionieren. Zur Demonstration hatten die beiden Professoren jede Menge Geräte und Experimente im Gepäck. Mit dabei waren unter anderem eine Minidampfmaschine, ein kleines Windrad und ein Modellauto, das mit Wasserstoff fuhr. All diese Modelle zeigten, wie man Energie gewinnen kann. Der Selbstversuch der Kinder ließ ihnen wortwörtlich die Haare zu Berge stehen: Jeder sollte einen - mit seiner Gummibärchen-Energie aufgeblasenen - Luftballon an seinem Shirt reiben und dann über den Kopf halten. Denn auch mit Reibung lässt sich Energie erzeugen. Die wohl verblüffendste Art der Energiegewinnung war aber die mithilfe von Biogas. Biologe Wünschiers nannte es treffend „aus Sch... Gold machen“ und hatte zur Demonstration einige Bakterien in einem Gefäß mitgebracht. „Die füttere ich und das, was dann nach der Verdauung raus kommt, kann man als Treibstoff verwenden.“
Bei elektrischen Verbrauchern, muss vorher Energie erzeugt werden, zum Besipiel über einen Dynamo; in diesem Fall, indem die Professoren an einer kleinen Kurbel drehten. „Die Bewegung meiner Hand schießt dann Elektronen durch einen kleinen Draht im Inneren und dadurch beginnt vorne die Lampe zu leuchten“, so Hartig.

 

Aber zurück zum Strom aus der Steckdose! Wie funktioniert es denn nun? Hartig erklärte die Funktionsweise eines Kraftwerks und hatte sogar das riesige Modell eines elektrischen Leiters dabei. „Auf der einen Seite ist Kohle, die Energie daraus gewinnen wir durch Verbrennen. Und so lange auf der einen Seite Kohle verbraucht wird, schießen die Elektronen durch die Leitungen und dann kommt auf der anderen Seite der Strom aus der Steckdose.“ Die umgewandelte Energie aus der Kohleverbrennung macht es uns also unter anderem möglich, morgens knusprigen Toast zu frühstücken. Viel sauberer geht das natürlich mit Strom, der aus Windkraft oder durch Sonnenstrahlen erzeugt wird.

Neben der Energiegewinnung ging's aber auch um Energiesparen.
Dafür waren die Kinder auf jeden Fall Experten. Aus dem Publikum kamen Zurufe wie „weniger fernsehen“, „nicht zu lange telefonieren“ oder auch „das Licht ausschalten, wenn man den Raum verlässt“. Für die beiden Professoren zeigt das, um Strom zu sparen muss man kein Wissenschaftler sein. „Denn das ist wirklich kinderleicht“, wo Wünschiers.


Weitere Veranstaltungen


Die nächste KinderUni findet am Samstag, den 16. 09. ab 11:00 Uhr in Raum 120 des Gerhard-Neumann-Baus statt. Dann geht es um „Virtual Reality“ und wie wir sie für uns nutzen können. Im Mittelpunkt steht die Frage „warum und wie arbeiten Menschen mit virtuellen Modellen?“
Weiter Informationen und Anmeldung hier


Text: Irina Heß
Fotos: Helmut Hammer, André Wirsig



Von: presse@hs-mittweida.de